Island Peak 1997
Home ] Nach oben ] Bericht 1 ] Bericht 2 ]

 

Bericht 1
Bericht 2

 

 

Matthias

TAGEBUCH

Island-Peak

NEPAL 1997

 

Marcus  

 

Nach sechs Monaten Vorbereitung haben wir es geschaft! 

27. März 1997: 12.00 Uhr Ankunft am Frankfurter Flughafen. Wir sind die ersten am Schalter der LTU. Mit einem Fahrrad für unseren Freund Phuri Kitar und 70 kg Gepäck waren wir schon bald bekannt wie bunte Hunde.

 

18.00 Abflug - gemischte Gefühle: Was erwartet uns in Nepal?

28. März 1997: Nach elf Stunden Flug werden wir von unserem Freund, Phuri Kitar in Kathmandu am Flughafen abgeholt. Zu seiner nicht geringen Überraschung bekommt er von uns ein leuchtend gelbes Fahrrad überreicht. Mit 19 Jahren das erste Fahrrad zu besitzen, gibt es das in Deutschland ? 

Der Transport im Taxi bis zu ihm nach Hause ist gar nicht so einfach. 

Kathmandu: Das ist eine Vielfalt von Fahrzeugen, Gerüchen, Kulturen, Menschen, Stimmen, Geräuschen ein einziges Schwirren und Summen. Linksverkehr! 

Der Nachmittag verstrich mit der Organisation unseres Trekking-Permits und des Gipfel-Permits für den Island Peak (6189 m) 

29. März 1997: Nach fünf Stunden endlosen Warten geht es - endlich - mit dem Helikopter Richtung Lukla (2820 m), Start und Ausgangspunkt jeder Trekking-Tour und Expedition im Solu-Khumbu-Gebiet. 

Shit! Wegen Regen, Sturm und schlechter Sicht müssen wir in Phaplu, 20 km vor Lukla, zwischenlanden. Der Anfang vom Ende??? 

Wir fügen uns in unser Schicksal und suchen uns, nachdem wir Luftballons an die süßen, aber zum Teil nicht sehr sauberen Kinder verteilt haben, im Dorf bei einheimischen Bergbauern eine Übernachtungsmöglichkeit. 

30. März 1997: Weiterhin Regen! Trotzdem Weiterflug nach Lukla, wo wir bei Schneeregen landen. Die Familie von Ang Geljan, d.h. seine Tochter Mingma und seine Söhne Dhorje und Ringi Tangbo erwarten uns. Ang Geljan selbst ist nicht am Hubschrauberlandeplatz; er ist mit einer anderen Trekkinggruppe unterwegs. 

Im Hause der Familie Ang Geljan Sherpa werden wir mit einem gigantischen Festessen begrüßt. 

Nach dem Essen sollst du ruh´n - oder 1000 Schritte tun. Wir entschieden uns für zweiteres und brachen auf in Richtung Island Peak. Mingma und Dhorje, die uns auf unserem Treck begleiteten, trugen einen Teil unserer Ausrüstung.
31. März - 3. April 1997: Lukla - Phakding - Namche Basar - Khumjung - Khunde - Tengpoche (Kloster) - Pangpoche - Dingpoche 

Wir marschieren durch kleine Bergdörfer und über abenteuerlich schwankende Hängebrücken - unter denen in furchterregender Tiefe reißende Flüsse mit Everest-Gletscherwasser tosen. Wann werden wir den Berg der Berge endlich sehen?

(Mount Everest 8848 m) 

Kurz vor Namche Basar reißen die Wolken auf und - der Höchste aller Berge ist zu sehen - der Mount Everest mit seinen 8848 m, zum ersten Mal bestiegen am 29. Mai 1953 von dem 33 Jahre alten neuseeländischen Bienenzüchter Edmund Hillary und dem sechs Jahre älteren Sherpa Tensing Norgay.

In Tengpoche, wo wir ein malerisches Kloster besichtigen dürfen, holt uns Phuri Kitar, der uns aus Kathmandu nachgereist ist, nach einem 16-stündigen Fußmarsch ein. Jetzt sind wir zu fünft! 

Das Wetter wird von Tag zu Tag schlechter - immer weniger Sonnenstunden am Vormittag, an den Nachmittagen schneit es leicht.

4. April 1997: In unserem Quartier bei einer einheimischen Familie auf fast 5000m Höhe gibt es weder Holz noch anderes brennbares Material. Die Einheimischen stellen sich einen aufgeschnittenen Blechkanister in ihre kärglichen Ein-Zimmer-Häuser und zünden darin Yak-Mist an. Brennt, wärmt und stinkt!!! 

Aber auch wir duften nicht wie die Veilchen. Seit wir in Kathmandu aufbrachen, hatten wir keine Dusche mehr. 

Könnte dies der Grund sein, warum Mingma, die einzige Frau unserer kleinen Gruppe, uns verläßt und den Heimweg antritt?
5. - 6. April 1997: 15 cm Neuschnee! Es ist viel zu kalt für diese Jahreszeit! Ob wir den Island Peak bezwingen werden?

 

(Auf dem Weg ins Basislager des Island-Peaks, in der Bildmitte der 8475 Meter hohe Makalu und am Rechten Bildrand der 7220 Meter hohe Boruntse) 

 

(Rast vor dem Basislager, das Wetter wird schlechter)

Am Fuße des Island Peaks harren wir im Base Camp auf 5100 m zwei Tage bei Sturm, Schneefall und klirrender Kälte aus. Nachts fallen die Temperaturen unter -30 Grad. Die Zelte sind innen und außen gefroren. Am oberen Teil des Schlafsacks bildet sich Reif durch die Atemluft. Hoffentlich halten unsere Zelte dem Sturm stand. Hoffentlich wird es bald Tag.
6. April 1997: Nach einer eiskalten Nacht mit nur 2 Stunden Schlaf geben wir auf.

 

(Phuri Kitar prüft in der Nacht die Zeltleinen)

Aus der Traum, den Island Peak im Alpin-Stil ohne Fixseile zu besteigen! 

Schweigend, jedoch ohne Erfrierungen, steigen wir ab.

 

(Im Basislager)

7. - 8. April 1997: Rückkehr nach Pangpoche (3985 m) 

Phuri Kitar weckt uns früh morgens - ein sternenklarer Himmel verspricht einen wunderschönen Tag. 

Um 7.00 Uhr brechen wir ohne Ausrüstung, nur mit einer Trinkflasche bewaffnet, auf zu einem namenlosen Gipfel.Nach nur 4,5 Stunden Aufstieg von 1320 Höhenmetern in zum Teil steilem Fels erreichen wir um 11.30 Uhr bei blauem Himmel den Gipfel.

Der schöne, klare Ausblick auf 4 gigantische Achttausender (Mount Everest, Lhotse, Lhotse Shar, Makalu) entschädigt uns ein wenig für den Fehlschlag am Island Peak. 

8. - 12. April 1997: Rückmarsch nach Lukla 

Unterwegs ein letzter Blick zum überwältigenden Bergriesen, dem Mount Everest, der von den Einheimischen Sagarmatha, "Haupt in den Wolken", genannt wird. 
13. - 14. April 1997: Wir verbringen noch zwei wunderschöne Tage bei der Familie Ang Geljan Sherpa, wo wir viel über die Kultur und das Leben dieser Menschen lernen. Gemeinsam haben wir viel Spaß!  

Leider geht die gemeinsame Zeit so schnell vorbei. 

18. April 1997: Leider müssen wir den Rückflug antreten, doch wir freuen uns auf die nächste Reise nach Nepal; dieses Land läßt uns nicht mehr los.

 

 

 

(BEIM LAUSEN) 

(KINDER AUF DER STRASSE) 

(GESCHWISTER) 

Ein besonderer Dank für die schöne Reise gilt: 

           Fam Ang Geljan Sherpa, Nepal 

Susanne Merkle 

Stephan Knapp 

Fam. Kopp 

Burger King München 

 

(PHURI KITAR SCHERPA)